Die Peer Review Week feiert ihr fünfjähriges Bestehen!

von Alice Meadows

  1. Juni 2019

 

Es ist schwierig  zu glauben, dass die Peer Review Week (PRW) in diesem Jahr ihren fünfjährigen Geburtstag begehen kann. Vor fünf Jahren war sie buchstäblich  nicht mehr als ein Versuchsballon! Im Zuge der Vorbereitung  auf die #PeerRevWk19 (vom 16. – 20. September)  dachte ich, dass die Leser von Scholarly Kitchen möglicherweise gern einen Blick zurück auf die Geschichte dieser jährlichen Würdigung  werfen würden,  welche die essentielle Rolle belegt, die das Peer-Review im Zuge der Erhaltung der natur- und geisteswissenschaftlichen Qualität spielt.

 

Jahr eins (28. September – 2. Oktober 2015)

Die erste Peer Review Week überhaupt war definitiv auf einen glücklichen Zufall in letzter Minute zurückzuführen. Die Idee entwickelte sich aus einem Gespräch im August 2015, an welchem die Organisation  ORCID, der ich kürzlich als Direktorin für Kommunikation  beigetreten war, und AAAS* beteiligt waren. Bei ORCID wollten wir die Beta-Version unserer Peer-Review-Funktionalität auf den Markt bringen, welche  es Organisationen  ermöglichen würde, Peer-Review-Aktivitäten anzuerkennen, indem sie zu ORCID-Datensätzen hinzugefügt werden, während AAAS – ein ORCID-Mitglied – zuvor die PRE (Peer Review Evaluation) erworben hatte. Also eruierten  wir Wege  einer Zusammenarbeit, und die Idee entstand, eine Woche lang auf dem ORCID-Blog Beiträge einzustellen, welche Peer-Reviews würdigten. Aber dann fragten wir uns, warum wir unser diesbezügliches Engagement bereits wieder einstellen sollten.  Deshalb luden  wir eine Handvoll anderer Organisationen, von denen wir wussten, dass sie besonders am Thema interessiert waren, zur Würdigung  ein – nämlich ScienceOpen, Sense About Science (dessen jährlicher Vortrag in jenem  Jahr die Inspiration für die Termine im Zuge der Peer Review Week darstellte) sowie Wiley (mein ehemaliges Unternehmen). Wir hatten etwa sechs Wochen Zeit, um uns zu organisieren, also mussten wir uns sehr anstrengen, und erstaunlicherweise gelang es uns  (schier!)  (siehe Welcome to Peer Review Week). Viel wichtiger war jedoch, dass weitergehende Gespräche über die Notwendigkeit initiiert wurden, regelmäßig die Bedeutung des Peer-Review für die wissenschaftliche Kommunikation zu würdigen, wobei zahlreiche andere Organisationen Interesse an einer Teilnahme bekundeten.

 

Jahr zwei (19. – 26. September 2016)

Glücklicherweise begann die Planung für die Peer Review Week 2016 viel früher und umfasste über 20 Organisationen, darunter die ursprünglichen Gründer. Das Planungskomitee beschloss, eine Fragestellung für die jährlichen Feierlichkeiten zu wählen, wobei 2016  “Recognizing Peer Review” thematisiert wurde.  Eines unserer Ziele bestand darin, den Bekanntheitsgrad des Peer-Review in all seinen vielfältigen Formen  zu steigern, was sich von der Beantragung von Zuschüssen  über Beförderungen und Festanstellung an Universitäten  bis hin zu Kurzzusammenfassungen von Konferenzen und Publikationen etc. erstreckte.  Als Teil dieser Bemühungen initiierten wir unsere jetzt eine Woche umfassenden Peer-Review-Beiträge auf Kitchen, welche jetzt jedes Jahr eingestellt werden,  einschließlich eines Interviews mit Maryanne Martone von Hypothes.is über die Bedeutung von Anmerkungen als einer Review-Erscheinungsform und eines Gesprächs zwischen den führenden Wissenschaftlerinnen von Kitchen,  Alison Mudditt und Karin Wulf, sowie Mary Francis von der University of Michigan Press über das Peer-Review in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Weiterhin erstellten  wir unser eigenes Video, welches Interviews mit Menschen aus einer Reihe von Organisationen zeigte und sich damit befasste, wie und warum ihre jeweiligen Organisationen Reviews anerkennen.

 

Jahr drei (9. – 15. September 2017)

Wir  beschlossen, die Peer Review Week 2017 mit dem Eighth International Congress on Peer Review and Scientific Publication zu verknüpfen, der alle vier Jahre stattfindet und Peer Review-Experten aus der ganzen Welt zusammenbringt. Dieses Mal war unser Thema „Transparenz beim Peer- Review“,  und die Würdigungen  beinhalteten nach Abschluss des Kongresses eine großartige Diskussionsrunde zwischen vier Peer-Review-Experten – Irene Hames (unabhängige Expertin für Peer-Reviews und Publikationen),  Elizabeth Moylan (die damals bei BioMed Central tätig war), Andrew Preston (von Publons) und Carly Strasser (die zur damaligen Zeit bei  der Gordon & Betty Moore Foundation tätig war), welche  ebenfalls weltweit per Livestream gesendet wurde.  Darüber hinaus redigierte  Karin Wulf mit mir die PRW-Beiträge auf Scholarly Kitchen – und seitdem machen wir gemeinsame Sache! Im Zuge der Fortsetzung unserer Tradition, Experten einzuladen, die sich beteiligen können, wurde in jenem  Jahr ein Gespräch zwischen Rachel Burley (damals bei BioMedCentral), Seth Denbo (von der American Historical Association) sowie  Phil Hurst und Stuart Taylor (von The Royal Society) über die Entwicklung von Peer Review-Fachzeitschriften  veröffentlicht.

 

Jahr vier (10. – 15. September 2018)

Das Thema von Peer Review Week 2018 war eines, das mir sehr am Herzen liegt – „Diversität im Rahmen von  Peer-Reviews”. Um zu versuchen, die globale Beteiligung auszuweiten,  bildeten  wir ein neues Unterkomitee für die internationale Reichweite, das insbesondere den Auftrag hat, den  Bewusstseinsstand und die Beteiligung von Einzelpersonen und Organisationen jenseits von Veröffentlichungen  aus dem  Norden der Welt zu erhöhen. Und wir waren dabei einigermaßen  erfolgreich, aber das bleibt noch eine Herausforderung. Die Veranstaltungen reichten von Twitter-Chats über die Rolle von Gender bei  Peer-Reviews und Publikationen in Fachzeitschriften, die Bewältigung von Herausforderungen bei  Peer Reviews in Südasien über den globalen Stand bei  Peer-Reviews  sowie Konferenzen in Entre Pares (Mexiko) und ALPSP (Großbritannien) bis hin zu einem Webinar für vietnamesische Doktoranden. Wir erstellten  auch weitere unterstützende Materialien,  darunter eine praktische Veröffentlichung unter dem Titel  Event in a Box (welche derzeit für 2019 aktualisiert wird). Die Webseite Publons veröffentlichte ihren Bericht zum weltweiten Stand in Sachen Peer-Review  zeitgleich zur  PRW, und unsere  Wochenbeiträge auf  Scholarly Kitchen umfassten einen Bericht seitens eines  Kommunikationsdirektors von Publons, Tom Culley, der die Entdeckungen bezüglich der Diversität im Peer-Review hervorhob.

 

Jahr fünf (16. – 20. September 2019)

Und damit kommen wir zur diesjährigen Peer Review Week. Das PRW 2019-Komitee besteht aus über 40 Personen aus 29 Organisationen weltweit – welche immer noch überwiegend westlich und publikationsorientiert sind, woran wir weiterhin arbeiten werden. Das diesjährige Thema lautet „Qualität beim Peer-Review“ (#QualityInPeerReview), und unsere beiden Unterausschüsse für Marketing & Kommunikation sowie für Veranstaltungen & Reichweite  arbeiten hart daran, mehr Veranstaltungen, Aktivitäten und Ressourcen als jemals zuvor zu planen und zu fördern. Wir begrüßen alle Beiträge und Vorschläge seitens aller Personen, die uns unabhängig von der Rolle, der Art der Organisation  oder der Form des Peer-Reviews, welche  sie jeweils unterstützen, dabei helfen möchten, die Bedeutung eines qualitativ hochwertigen Peer-Reviews für die wissenschaftliche Kommunikation anzuerkennen und zu würdigen. Unsere neu ins Werk gesetzten  Webseiten für 2019 werden von nun bis zur Peer Review Week regelmäßig aktualisiert, und wir freuen uns sehr darauf, Informationen zu einer von Ihnen geplanten Würdigung mitaufzunehmen – senden Sie einfach bis zum 12. September 2019 nähere Angaben  (zur Art der Aktivitäten, zur Beschreibung, zum Datum, (ggfs.) zu Registrierungsinformationen und zu den Kontaktdaten) mit der Betreffzeile „Peer Review Week“ an peerreviewweek@outlook.com. Und vergessen Sie nicht, uns auf  Twitter (@PeerRevWeek) zu besuchen, wo wir regelmäßig Nachrichten und Aktualisierungen veröffentlichen sowie gelegentlich Umfragen einstellen!

 

Was haben wir also nach fünf Jahren an Erkenntnissen gewonnen, und was steht der Peer Review Week demnächst ins Haus? Hier befinden sich  fünf meiner eigenen Überlegungen – und ich würde gerne die Ihrigen hören!

 

  1. Gemeinschaft ist notwendig! Bei der Peer Review Week handelt es sich wirklich um eine Gemeinschaftsaktion – im Laufe der Jahre haben Dutzende von Einzelpersonen ihre Zeit großzügig und mit Unterstützung ihrer Organisationen freiwillig eingebracht.  Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, darunter die diesjährigen Mitvorsitzenden Emily Jesper (von Sense About Science) und Bahar Mehmani (von Elsevier), die eine hervorragende Arbeit leisten, um eine weitere erfolgreiche Peer Review Week zu ermöglichen.

 

  1. Das Peer-Review bringt Menschen zusammen. Obwohl es viele verschiedene – und manchmal gegensätzliche – Ansichten dazu gibt, wie Peer-Reviews „durchgeführt werden sollten“,  ist das Besondere an der Peer Review Week, dass wir unsere Differenzen beiseitelassen und uns stattdessen darauf konzentrieren können, seinen Wert für die wissenschaftliche Kommunikation zu würdigen. Nur eine der Möglichkeiten, wie wir uns gemeinsam verbessern können!

 

  1. Wir benötigen mehr Diversität.  Trotz unserer Bemühungen wird die Peer Review Week immer noch von Wissenschaftsfachzeitungsverlagen aus dem  Norden der Welt dominiert. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen wir Wege finden, um eine viel breitere Bandbreite an Stimmen aus der wissenschaftlichen Kommunikation aus aller Welt einzubeziehen. Wenn Sie also einer der vielen Forscher sind, die sich tatsächlich am Review-Prozess beteiligen  oder bei  einer der vielen verschiedenen Organisationen arbeiten, in deren Auftrag Reviews durchgeführt werden, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf, damit wir sicherstellen können, dass Ihre Ansichten gehört und Ihre Beiträge gewürdigt werden.

 

  1. Die Peer Review Week reift heran. Jetzt werden wir fünf Jahre alt. Wir sind für viele Einzelpersonen und Organisationen bereits eine feste Größe im Kalender. Aber wie sieht es mit der Zukunft der PRW aus? Der Planungsausschuss hat damit begonnen, Nachhaltigkeit, Führung und weitere  Themen zu diskutieren, um sicherzustellen, dass wir auch in Zukunft weiterbestehen können, aber im Moment gibt es mehr Fragen als Antworten. Die Behandlung dieser Fragestellungen wird entscheidend für den künftigen Erfolg der Peer Review Week sein.

 

  1. Das Peer Review ist nicht mehr wegzudenken. Trotz aller Schlagzeilen darüber, dass das Peer-Review am Ende sei, bleibt unsere Gemeinschaft fest entschlossen, es als zentralen Bezugspunkt der wissenschaftlichen Kommunikation zu erhalten. Wir sind uns dessen bewusst, dass das Peer- Review nicht perfekt ist. Viele von uns sind an Diskussionen über die Veränderungen beteiligt, die erforderlich sind, um Anerkennung, Transparenz, Diversität und Qualität zu verbessern, weswegen  sich die Peer Review Week auch in ihren  ersten fünf Jahren auf all diese Themen fokussiert hat. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam Wege finden werden, um diese Verbesserungen ins Werk zu setzen!

 

*Obwohl die AAAS an den ersten Diskussionen beteiligt war, trat sie der Planungsgruppe für die erste Peer Review Week nicht bei. Aber sie  war im folgenden Jahr eng eingebunden.

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Englisch im Blog The Scholarly Kitchen veröffentlicht und ist hier zu finden.

Alice Meadows

@ALICEJMEADOWS

Alice ist Direktorin für Gemeinschaftsengagement & -Unterstützung  bei ORCID und kommuniziert Forschern und deren Organisationen gegenüber das „Warum, Was und Wie“ von ORCID.  Alice ist Vorstandsmitglied der Society for Scholarly Publishing und erhielt den ALPSP Award for Contribution to Scholarly Publishing 2016.

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